Blinder Aktionismus statt sinnvollem Tierschutz
Tierschutz sieht sehr verschieden aus. Er beginnt damit, die Vermehrung von Tieren zu kontrollieren und einzudämmen und hat natürlich auch zur Aufgabe, Tieren in Not zu helfen. Doch manche Menschen übertreiben es mit ihrer Hilfsbereitschaft und lassen sich zu Aktionen hinreißen, die mit Vernunft nicht mehr viel zu tun haben. Sicher muss es sein, dass aus dem Haus der alten Dame die 35 Katzen geholt werde, die sich laufend weiter vermehren und das gesamte Haus voll Kot und Urin machen. Und auch die Wohnung des Mieters, der mehr als 100 Vögel besitzt, muss von Tieren und Dreck befreit werden. Man kennt die Geschichten aus dem Fernsehen: Der Tierschutz und die Sorge um die Menschen, die den Bezug zur Realität in Sachen Tierhaltung verloren haben, gehen dann Hand in Hand.
Falsch ist es, sich der Sache so sehr anzunehmen, dass man selbst zu blindem Aktionismus greift. Natürlich muss man die Behörden und vielleicht Verwandte informieren. Natürlich muss man seine Hilfe anbieten. Doch hat man nicht das Recht, aus Tierliebe in die Wohnung oder das Haus einzudringen und die Tiere zu befreien. Erstens ist das Hausfriedensbruch und zweitens hat man dann selbst die Verantwortung für verlauste Hunde, eine riesige Vogelschar oder ausgemergelte und scheue Katzen. Wer soll die Tiere von privat denn vermitteln? Das überlässt man besser den Tierheimen, die wissen, wie man an die Sache herangeht. Schon die Tierarztkosten für die befreiten Tiere würden jedes private Budget sprengen, es sei denn, es handelt sich um einen angefahrenen Hund, dessen Besitzer man nicht gleich ermitteln kann, den man aber auch nicht seinem Schicksal überlassen will. Doch ansonsten ist der Weg über die Instanzen einzuhalten, egal, ob es sich um eine Vielzahl von zusammen gepferchten Tieren in einer fremden Wohnung oder den armen Kettenhund vom Bauernhof nebenan handelt.



