Bewusst auf Tiere zu Hause verzichten
Haustiere sind eine Bereicherung, treue Freunde. Sie besitzen einen gewissen erzieherischen Wert für Kinder und werden so schnell zum Familienmitglied, dass man sie schon nach wenigen Tagen im eigenen Heim nicht mehr herzugeben vermag. Doch es gibt genügend Menschen, die sich Haustiere nicht vorstellen können. Die Entscheidung fällt hier wahrscheinlich nicht gegen die treuen Augen, die samtigen Pfoten, das freudige Schwanzwedeln oder die lustigen Spiele auf der Wiese. Vielmehr wollen diese Menschen die Verantwortung für die Tiere nicht übernehmen. Selbst eine relativ anspruchslose Katze macht Arbeit, braucht Pflege und Futter, hinterlässt Haare und Schmutzspuren, braucht ein frisches Katzenklo. Für die Menschen, die sich gegen solche Haustiere entscheiden, ist es unvorstellbar, spontane Urlaubsreisen nicht antreten zu können, sich statt alleine im Freizeitbad mit Hund am Badeweiher begnügen zu müssen.
Einen Vorwurf darf man diesen Menschen dennoch nicht machen, denn sie handeln sogar viel verantwortungsbewusster als jene, die sich Tiere anschaffen, diese aber dann mehr schlecht als recht versorgen. Ein ausgesetzter Hund auf der Autobahn, angeleint am Rasthof: So endet Tierliebe, die ohne Bedacht ausgelebt wurde. Schnell ist man zum Tierheim oder zum Züchter gefahren, um einen Hund anzuschaffen. Dann aber merkt man, dass das viel Arbeit bedeutet. Erziehung ist von Nöten, schon deshalb, weil das Tier sonst nicht einmal stubenrein wird. Teuer sind Haustiere obendrein, begonnen beim Futter, bis hin zum Tierarzt. Es wäre klüger gewesen, sich dieses Tier also gar nicht erst anzuschaffen, doch die Einsicht kommt zu spät. Zugeben, dass man einen Fehler gemacht hat und das Tier in ein schönes Heim abzugeben: Das ist zu viel Aufwand. Also wird es irgendwo angebunden und allein seinem Schicksal überlassen. Da sind die Menschen, die gleich ablehnen, wenn sie nach einem eigenen Haustier gefragt werden, nicht nur ehrlicher, sondern auch tierlieber.



